Was sind deine wildesten Träume? Deine dummen Teenager-Fantasien, über die du dir schon seit Jahren keine Gedanken mehr gemacht hast und die dir rückblickend vielleicht sogar ein bisschen peinlich sind, weil sie doch etwas unrealistisch und absurd waren?
Gott hat meine wildeste Teenager-Fantasie, von der ich niemals jemandem erzählt hatte, wahr werden lassen. Lange nachdem ich sie schon selbst begraben und vergessen hatte.
Ich war irgendwo in meinen peinlichen Teeniejahren. Du erinnerst dich sicher noch an diese Jahre oder vielleicht steckst du selbst gerade noch in diesem Alter und kannst dich sehr gut in mich hineinversetzen, in die Zeit, wo alles irgendwie komisch und unangenehm ist. Damals war ich viel auf Youtube unterwegs, es war die Zeit von bibisbeautypalace und dagibee, also ewig lang her. Und irgendwie bin ich auf ein paar Youtuber gestoßen, die in die USA ausgewandert sind, oder von dort nach Deutschland und aus ihrem Leben erzählten. Mich hat das Thema total gepackt! Ich will gar nicht wissen, wie viele Stunden ich damit verbracht habe mir ihre Videos anzuschauen, in denen sie von der anderen Kultur, Essen und Festen erzählten und davon, wie anders Menschen in anderen Ländern so ticken.
Das Leben dieser Frauen hat mich unfassbar fasziniert!
Sie haben natürlich auch ihre Ehemänner in dem neuen Land kennengelernt und darüber erzählt, wie es ist, wenn man aus unterschiedlichen Ländern kommt, nicht die gleiche Muttersprache spricht und auch darüber, wie ihr Familienleben mit Kindern aussieht.
Mein großträumendes Teenie-Ich konnte gar nicht genug davon kriegen. Ich fand es so spannend, wie sie in ihrer Beziehung zwei Welten vereinten und die Welt des anderen entdeckten und feierten. Und das habe ich mir auch gewünscht! Wie verrückt wäre es, jemanden vom anderen Ende der Welt kennenzulernen! Ich fand es auch wahnsinnig cool englisch zu sprechen und stell dir mal vor, kleine Babies, die beide Sprachen lernen und dauernd miteinander vermischen. In den Youtube Videos klang das, wie das Süßeste auf der Welt. Die USA waren mir ein bisschen zu verrückt, aber Kanada fand ich toll. Die weite Natur und die freundlichen Menschen – das konnte ich mir gut vorstellen.
Mit 17 Jahren durfte ich meine Verwandten besuchen, die schon Anfang 2000 nach Kanada ausgewandert sind, bis dahin hatte mich aber schon die Realität eingeholt und ich hatte diese viel zu wilden Ideen schon vergessen.
Aber Gott nicht!
Dreimal darfst du raten, wo ich gerade bin: In Kanada, mit meinem kanadischen Mann.
Jahre nachdem ich diese Träume begraben hatte, es war mir fast peinlich, wie unrealistisch und random meine Fantasien waren, schreibt mir meine Tante aus Kanada. Sie hat jemanden, dem sie gerne meine Nummer weitergeben möchte, sie hat das Gefühl, es kommt von Gott. Ich hab mir absolut nichts dabei gedacht, man kann ja mal für eine Woche schreiben, kann ja ganz lustig sein, wird eh nichts passieren. Wie ich mich da getäuscht habe!
Aus einer Woche schreiben wurde einmal die Woche FaceTimen, daraus wurde ‚Ich habe Tickets nach Deutschland gebucht!‘ und wir waren ein Paar. Nach einer nicht allzu langen Fernbeziehung waren wir verlobt und haben eine wundervolle Hochzeit feiern dürfen. Und danach – bin ich zu ihm nach Kanada gezogen. Wenn mein Teenie-Ich das gewusst hätte!
Das ist doch Liebe im Überfluss! Gott ist so so gut, er erfüllt sogar Träume, an die ich mich nicht mal mehr erinnern konnte, die ich mir niemals von ihm erbeten hatte. Liebe, die überfließt, die mehr ist als genug und mehr als nötig. Gott beschenkt über alle Maßen und zeigt uns seine Liebe an Stellen, an denen wir sie gar nicht erwartet hätten. Mein Leben mit Gott ist so viel schöner und aufregender, als ich es mir je erträumt hätte. Seine Wege sind bestimmt nicht die, die ich geplant hätte, denn meine eigenen wären ja so viel langweiliger!
Es ist so spannend, wie Gott uns so viele Dinge im Leben lernen lässt und ich darf gerade immer wieder lernen, wie gut mein himmlischer Vater mich kennt. David schreibt in Psalm 139, 23
Erforsche mich, oh Herr, und erkenne mein Herz.
Ich habe den Vers so oft nur so interpretiert, dass Gott mein Herz erforschen soll, um das Schlechte in mir zu sehen und mich zu verändern, aber ich glaube, dass Gott uns auch auf all das Gute in unserem Herzen hin erforscht, auf all den Wachstum und sich daran erfreut und auch darauf, wie er uns seine Liebe zeigen kann. Der Gott, der die Welt lenkt, liebt dich so sehr, dass er dein Herz erforscht und dir seine Liebe auf so persönliche Art zeigen möchte. Nur übersehen wir diese Liebesbeweise ganz gerne. Lass uns doch mit offenen Augen durch die Welt gehen und dafür bereit sein, von Gott überrascht zu werden. Mich hat er sehr überrascht!
Geht es dir auch so, dass du dir gar nicht mehr erlaubst groß zu träumen? Früher habe ich mir meine Zukunft so aufregend und bunt ausgemalt und heute habe ich Angst davor auf etwas zu hoffen, falls ich doch enttäuscht werde. Und das nenne ich dann ‚realistisch‘. Dabei vergesse ich, dass Gottes ‚realistisch‘ ein ganz anderes ist als meins. In seiner Definition von ‚realistisch‘ lassen sich Meere teilen, fünf Brote und zwei Fische machen 5000 Menschen satt und Wind und Wellen hören auf das, was er sagt. Er spricht und es geschieht. Und die Bibel ist voll von Geschichten, in denen Gottes Pläne die Vorstellungen der Menschen absolut übertreffen. Wie bei Mose, er konnte nicht einmal vor Menschen sprechen und Gott hat ihn auserwählt um eine Nation nicht nur zu führen, sondern aus der Sklaverei zu befreien! Das ist sein ‚realistisch‘. Und er schreibt auch heute noch Geschichten, die unsere wildesten Träume übertreffen.
Wovon träumst du? Was sind Träume, die du schon längst begraben hast, weil sie einfach zu unrealistisch sind, um jemals wahr zu werden? Lass Gott deine Sicht darauf, was ‚realistisch‘ ist, verändern und fange an groß zu träumen! Lass dich doch auf seine Wege ein und sei bereit dich von ihm überraschen zu lassen. Glaub mir, es wird ganz anders, als du vielleicht denkst, aber es wird sich lohnen!
Von Herzen,
Amy


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